Ein Zuhause im Wandel: Sanierung der Schlangenbader Straße

Luftaufnahme der Schlangenbader Straße in Berlin mit den markanten terrassenförmigen Wohngebäuden und verschneiten Dächern, umgeben von Stadtvierteln und Straßen.

Seit 45 Jahren thront über der Autobahn A104 ein riesiger Gebäudekomplex – auch bekannt als die „Schlange“. Einer der sieben denkmalgeschützten Wohnblöcke steht seit Mai 2025 vorübergehend leer, denn hier sanieren wir. Ein Mieter erzählt, was die Sanierung für sein Zuhause bedeutet.

1,5 Kilometer lang schlängelt sich die „Schlange“ über die Autobahn A104 in Charlottenburg-Wilmersdorf. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein übergroßes Reptil, sondern einen Gebäudekomplex in der Schlangenbader Straße. Seit 1980 leben hier in sieben Wohnblöcken etwa 3.000 Menschen – direkt über der Autobahn. Was damals als ein einmaliges Bauvorhaben begann, steht inzwischen unter Denkmalschutz. Nun muss die „Schlange“ saniert werden – zumindest in Teilen.

Ein älteres Paar steht auf einem sonnigen Balkon neben blühenden Pflanzen. Beide lächeln in die Kamera, im Vordergrund sind bunte Blumen und ein gelber Sonnenschirm zu sehen.

Als Architekt hat mich das Gebäude und die Geschichte dahinter schon immer fasziniert.

Eckart Brennecke Mieter in der Schlangenbader Straße

Eckart Brennecke und seine Ehefrau Elisabeth leben seit neun Jahren in der Autobahnüberbauung. „Die ‚Schlange‘ ist aufgrund von Flächenmangel während der Teilung Berlins entstanden. Nicht alle fanden das Konzept gut, ich fand die Idee super. Ich bin froh, dass wir hier gelandet sind“, sagt er. „Normalerweise sieht man es ja nur von außen, aber auch hinter der Fassade gibt es viel zu sehen“, findet der Architekt im Ruhestand.

Warum sanieren wir?

Die „Schlange“ ist nicht das einzige große Sanierungsprojekt bei uns. Immer wieder nehmen wir umfangreiche Änderungen vor, um den Wohnkomfort für unsere Mieterinnen und Mieter zu erhöhen und unser Ziel, bis 2045 nahezu klimaneutral zu sein, zu erreichen. Bei den betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern kann das zu Sorgen und Unsicherheiten führen. In diesem Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Sanierungen bei degewo.

Sanierung eines Pilotprojektes

Die erste Ankündigung für Sanierungsarbeiten in der „Schlange“ fanden die Brenneckes bereits im Juli 2020 in ihrem Briefkasten. Was genau und in welchem Umfang saniert werden soll, stand damals noch nicht fest. Nach genaueren Prüfungen und Analysen war klar: Mit einem Pilotprojekt wird einer der sieben Wohnblöcke saniert. Pilotprojekt – das heißt, dass zunächst nur ein Teil der Autobahnüberbauung in Angriff genommen wird. Dass es genau den Wohnblock betrifft, in dem Eckart und Elisabeth Brennecke wohnten, hat das Ehepaar mit Herzklopfen zur Kenntnis genommen: „Ich bin inzwischen 84 Jahre alt, ich habe nicht damit gerechnet, nochmal umziehen zu müssen“, erzählt der Renter. Bei seiner Ehefrau machte sich nach dem ersten Schreck auch ein anderes Gefühl breit: mit Zuversicht auf das Neue blicken. Nach einer intensiven Wohnungssuche gemeinsam mit der Mieterbetreuung SOPHIA haben die Brenneckes eine passende Wohnung in einem anderen Teil der „Schlange“ gefunden. „Wir haben acht Jahre auf der Ostseite gewohnt, in der neuen Wohnung sehen wir jetzt aus dem Fenster den Sonnenuntergang“, freut sich Elisabeth Brennecke.

Einladung zur Mitbestimmung

Nicht nur bei der Wohnungssuche war das Ehepaar engagiert, auch bei der Sanierungsplanung selbst. Denn: In der „Schlange“ wurde ein Sanierungsrat gegründet, für den Mieterinnen und Mieter gesucht wurden. „Als Architekt habe ich mich sofort angesprochen gefühlt“, erzählt Eckart Brennecke. Mit etwa 20 anderen Mieterinnen und Mietern nimmt er regelmäßig an den Sitzungen teil. „Alle Sanierungsvorhaben wurden genau dargestellt, das hat für Transparenz gesorgt“, beschreibt Eckart Brennecke die Treffen.

Es hat mir Spaß gemacht, die Sanierung von Anfang an zu verfolgen. Wir wurden wirklich miteinbezogen.

Eckart Brennecke Mieter in der Schlangenbader Straße

Inzwischen haben die Bauarbeiten an der „Schlange“ begonnen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der 157 Wohnungen sind alle ausgezogen – zumindest vorrübergehend. „Wie das Umzugsunternehmen das gemanaget hat, ist eine logistische Meisterleistung“, bewundert Eckart Brennecke. Er habe vorher Bedenken gehabt, es sei aber alles glatt über die Bühne gegangen. „Das ist für uns gefühlt wie eine kleine Stadt, die da auf einmal umzieht."

Ein junger Mann befestigt Sprechblasen-Schilder mit Fragen an einer Dialogstation, während mehrere Menschen vor der Pinnwand stehen und zuschauen.
Vor Beginn der Sanierungsarbeiten haben wir die Mieterinnen und Mieter der 157 Wohneinheiten zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. An vier Themenstationen konnten sie sich über den aktuellen Stand informieren und mit uns ins Gespräch kommen.

Altes Zuhause in neuem Glanz

Das Generalunternehmen sanierungsprofi GmbH ist für die Fortschritte auf der Baustelle verantwortlich. Die Fassade des Wohnblocks wird energetisch saniert und die Fenster ausgetauscht. So soll die Energieeffizienz erhöht werden, um gleichzeitig Umwelt und Mietenden zugutezukommen. Die Schadstoffe am und im Gebäude werden beseitigt und die haustechnischen Leitungen erneuert. Im Zuge der Leitungserneuerung modernisieren wir die Bäder. Und das alles denkmalschutz-konform versteht sich. Noch 2026 sollen die Bewohnerinnen und Bewohner wieder in ihr altes Zuhause in neuem Glanz ziehen können.

Die Brenneckes aber kehren nicht in ihre alte Wohnung zurück. „Wir werden nicht nochmal umziehen. Uns gefällt es hier“, sagt Elisabeth Brennecke. Viel geändert habe sich für die Brenneckes durch den Umzug nicht. Sogar einige ihrer Kontake aus der alten Nachbarschaft sind innerhalb der „Schlange“ umgezogen und wohnen so weiterhin in ihrer Nähe. „Das hier ist jetzt unser Zuhause. Hier stehen sogar Gingkobäume vor der Tür, die liebe ich“, freut sich Eckart Brennecke.

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