Digitale Beteiligung

Rund um die Uhr den Kiez mitgestalten

Ob Spielplatz, Grünfläche oder Neubau – bei ausgewählten Projekten können Mieterinnen und Mieter ihre Ideen einfach und bequem online einbringen. Stefan Fritzsche-Sens aus dem Team Partizipation erzählt, wie digitale Beteiligung bei degewo funktioniert und warum sich mitmachen lohnt.

degewo | Digitale Beteiligung – was ist das?

Stefan Fritzsche-Sens | Bei digitaler Beteiligung geht es ganz allgemein um Möglichkeiten im Internet, sich zu Bau- oder Sanierungsvorhaben zu informieren oder sich mit Ideen und Hinweisen einzubringen – also bewerten, kommentieren oder abstimmen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel 3D-Modelle, Augmented Reality, Bilder oder Karten.

Digitale Quartierskarte mit Gebäuden, Grünflächen und markierten Ausstattungs- und Aufenthaltsangeboten im Wohnumfeld.

Welche Möglichkeiten zur digitalen Beteiligung gibt es bei degewo?

Wir haben für die meisten Vorhaben eine Webseite mit allen Infos – sei es für Neubau, große Sanierungsvorhaben oder für die Neugestaltung von Außenflächen. Dort können Zeitpläne, Karten und Dokumente eingesehen werden. Das allein ist schon ein digitales Angebot, das es Menschen ermöglicht, teilzuhaben. Seit 2024 nutzen wir auch das so genannte Crowd-Mapping, also eine digitale Karte, die wir für die Beteiligung bei der Wohnumfeldgestaltung einsetzen. Mieterinnen und Mieter können dort Wünsche eintragen, Hinweise geben, kommentieren und bewerten. Die Karte findet man auf der jeweiligen Projekt-Website.

Unser Kartentool im Einsatz

Die interaktive Karte wurde bereits bei ersten Beteiligungsverfahren eingesetzt. Am Beispiel von Kladow können Sie sich einen Überblick verschaffen, wie das Tool funktioniert.

Warum setzt degewo bei manchen Projekten auf digitale Beteiligungsverfahren?

Wir setzen das Kartentool vor allem dann ein, wenn wir sehen, dass bei einem Vorhaben unterschiedliche Varianten möglich sind. So können die Mieterinnen und Mieter zum Beispiel mitentscheiden, wo Bäume, Beete oder welche Spielgeräte aufgebaut werden sollen. Oft geben wir Anregungen vor, gleichzeitig entstehen durch die Mieterschaft viele neue Ideen.

Wie funktioniert das konkret für Mietende?

In der Regel informieren wir zunächst mit einem Infoschreiben im Briefkasten, dass es die Möglichkeit zur digitalen Beteiligung gibt. Mitmachen können neben unseren Mietenden manchmal auch andere Anwohnende, die nicht in einer degewo-Wohnung leben. Das hängt davon ab, wie stark das Vorhaben auch sie betrifft. Auf der Website erhalten alle Beteiligten dann Infos zu dem Vorhaben und können sich mit dem Kartentool einbringen. Dafür muss man sich zunächst mit einer E-Mail-registrieren.

Die Mietenden können sich ganz einfach und unkompliziert online beteiligen – ohne Klarnamen. So sehen sie auch, was Nachbarinnen und Nachbarn im Kiez denken.

Stefan Fritzsche-Sens Team Partizipation bei degewo

Welche Vorteile bietet digitale Beteiligung gegenüber anderen Maßnahmen?

Die digitale Beteiligung bietet viel zusätzliche Möglichkeiten, sich einzubringen. Die Mieterinnen und Mieter können ihre Ideen und Wünsche einbringen und zeigen, wie sie die Vorschläge der Nachbarschaft oder von degewo finden. Digitale Beteiligung bietet aber auch die Chance, noch mehr Menschen zu erreichen. Die Plattform ist 24 Stunden am Tag erreichbar und man kann sich Texte in andere Sprachen übersetzen lassen. So können sich auch Menschen beteiligen, die keine Zeit für ein Präsenzformat oder nur geringe Deutschkenntnisse haben.

Wie werden analoge und digitale Angebote kombiniert?

Es gibt immer sowohl analoge als auch digitale Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten. Wir nutzen die Post oder Hausaushänge, um Mieterinnen und Mieter auf Vorhaben aufmerksam zu machen und sie zu Veranstaltungen oder Beteiligungsmöglichkeiten einzuladen. Zudem gibt es alle Infos, die wir digital haben, auch analog, damit auch Menschen Bescheid wissen, die nicht das Internet nutzen. Wir arbeiten cross-medial, setzen also analoge und digitale Methoden gleichzeitig ein.

Worauf muss man im Vergleich zu Workshops vor Ort bei digitalen Angeboten achten? Wie unterscheidet sich Ihre Arbeit dabei?

Wir müssen sicherstellen, dass die Technik funktioniert und das Tool genutzt werden kann. Außerdem haben wir eine Online-Moderation, damit keine Beleidigungen oder unsachliche Kommentare veröffentlicht werden. Beiträge landen nicht direkt online, sondern müssen zunächst von uns freigegeben werden. Sachliche Kritik ist natürlich völlig in Ordnung. Das lässt sich auch gut in unseren „Nettiquetten“ nachlesen. Unsere Erfahrung ist bisher insgesamt sehr positiv, wir mussten bisher nur ein oder zwei Beiträge ablehnen.

Wo sind digitale Beteiligungsmöglichkeiten bisher zum Einsatz gekommen – und wie kam das an?

Das Kartentool kam bisher zum Beispiel bei einer Siedlungserweiterung in Kladow und bei der Gestaltung verschiedener Höfe am Mariannenplatz zum Einsatz. Ich habe den Eindruck, dass es an beiden Standorten sehr gut angekommen ist. Eine besondere Begegnung hatte ich bei einer Veranstaltung mit einem jungen Vater vor Ort.

Ein junger Vater hat mir erzählt, wie toll er die Möglichkeit zur digitalen Beteiligung fand. So konnte er sich einfach nachts online alles angucken und selbst mitwirken.

Stefan Fritzsche-Sens Team Partizipation bei degewo

Was passiert mit den eingebrachten Ideen, wenn die Beteiligungsphase vorbei ist?

Gemeinsam mit unserer Bauabteilung und dem zuständigen Kundencenter sehen wir uns alle Beiträge und Ideen an, die online und offline eingegangen sind. Wir wägen ab, welche Maßnahmen sich umsetzen lassen und geben der Mieterschaft eine Rückmeldung – online oder in einer Broschüre. Bei der digitalen Beteiligung zur Siedlungserweiterung Kladow haben wir sogar alle Beiträge im Kartentool kommentiert und zur Umsetzung berichtet.

Haben Sie auch etwas für zukünftige Beteiligungsverfahren mitnehmen können?

Wir werten unsere Verfahren, egal ob offline oder online, immer gewissenhaft aus. Bei der digitalen Beteiligung haben wir im Laufe der Zeit viel daran gearbeitet, wie wir die Karten verständlicher gestalten können. Wir nutzen dafür Icons, Symbole oder Fotos, um die einzelnen Themen zu veranschaulichen. Das entwickeln wir kontinuierlich weiter.

Wo und in welchem Rahmen sollen digitale Beteiligungsmöglichkeiten in Zukunft genutzt werden? Soll die digitale Beteiligung weiter ausgebaut werden?

Das Crowd-Mapping anhand von Karten gehört inzwischen zu unserem Standard-Baukasten bei Beteiligungsverfahren. Wir schauen uns aber auch um, welche weiteren Möglichkeiten es gibt.

Mehrere Personen stehen um einen runden Tisch und unterhalten sich. Im Hintergrund zwei große Plakate.

Phasen der Beteiligung

Von der ersten Planung bis zur Bauphase: Lesen Sie, wie Beteiligung bei degewo Schritt für Schritt organisiert und begleitet wird.

Ein junger Mann steht vor einer Korkwand und pinnt Zettel an die Wand. Auf den Zetteln stehen Teilsätze wie. Stimmt es, dass …, Gerüchteküche, Habe gehört, dass … Vor der Wand stehen mehrere Personen.

Stufen der Beteiligung

Erfahren Sie, welche Beteiligungsstufen es gibt, was sie bedeuten und wie Beteiligung transparent geregelt ist.

Die degewo-Dialogstation ist im aufgeklappten Zustand. An einer Holzwand hängen mehrere große Plakate, daneben ein Briefkasten. Auf der Rückseite ein kleiner Tisch mit Hockern.

degewo-Dialogstation

Unsere Dialogstation schafft Raum für Austausch bei Neubau und Sanierung – Einblicke und Hintergründe im Interview.